Fitnessstudio kündigen: so geht’s
Allgemeine Hinweise für Fitnessstudio-Verträge: was passiert, wenn du nichts tust, wie du kündigst, was du prüfen und was du aufheben solltest. Sie gelten nicht für ein bestimmtes Unternehmen – die Details stehen in deinem Vertrag.
Was passiert, wenn du nichts tust
- Der Vertrag läuft weiter und wird abgebucht, bis du kündigst.
- Gibt es eine Kündigungsfrist, verpasst du sie womöglich und zahlst den nächsten Zeitraum.
Kündigen, Schritt für Schritt
- Schau im Vertrag nach Kündigungsfrist und Mindestlaufzeit
- Kündige in Textform, etwa per E-Mail, über den Kündigungsbutton oder per Brief
- Kündige vor dem Verlängerungsdatum, damit sich nichts automatisch verlängert
- Stoppe die Lastschrift erst, wenn die Kündigung bestätigt ist
- Bewahre einen schriftlichen Nachweis auf und bitte um Bestätigung
Checkliste
- Finde die Kündigungsfrist heraus (wie viele Tage vor der Verlängerung).
- Prüf, wohin du die Kündigung schickst (Adresse, E-Mail oder Kündigungsbutton).
- Lass dir das Datum der letzten Abbuchung schriftlich bestätigen.
Darauf solltest du achten
- Manche Studios verlangen die Kündigung vor Ort oder per Einschreiben. Bei Verträgen ab Oktober 2016 genügt in der Regel eine E-Mail (siehe unten); ein Einschreiben hilft dir nur als Nachweis, dass die Kündigung angekommen ist.
- Eine Pause (Ruhezeit) ist keine Kündigung. Achte darauf, dass die Abbuchung wirklich endet.
Wann du anfangen solltest
Fang etwa 14 Tage vor dem Verlängerungsdatum an – bei einer Kündigungsfrist früher, damit du noch in Ruhe entscheiden, vergleichen und kündigen kannst.
Was du aufheben solltest
- Vertrag oder AGB als PDF
- Kündigungsbestätigung per E-Mail
- Letzte Rechnung bzw. letzter Beleg
E-Mail zum Kopieren
Ersetze die Angaben in eckigen Klammern. Schick die E-Mail an die Adresse aus deinem Vertrag oder von der Kontaktseite des Anbieters und heb die Antwort auf.
Betreff: Kündigung – [Anbieter] – [Mitgliedsnummer]
Guten Tag, hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft bei [Anbieter] (Mitgliedsnummer: [Mitgliedsnummer]). Bitte bestätigen Sie mir schriftlich: - das Datum, zu dem die Kündigung wirksam wird - das Datum der letzten Abbuchung und eventuell noch offene Beträge - dass sich die Mitgliedschaft nicht automatisch verlängert Vielen Dank [dein Name]
Wenn du anrufst
Was du sagen und was du dir schriftlich geben lassen solltest:
- Ich prüfe gerade meine Vertragsverlängerung und möchte zum Ende der aktuellen Laufzeit kündigen.
- Bis wann genau muss die Kündigung bei Ihnen sein, und wann ist die letzte Abbuchung?
- Schicken Sie mir die Bestätigung bitte noch während des Gesprächs per E-Mail.
Amtliche AngabenNach amtlichen Quellen, Stand wie angegeben – keine Funktionen oder Preise der App.
Verträge in Deutschland: Fristen, Form und Kündigungsbutton
Verbraucherverträge mit AGB, die ab dem 1. März 2022 geschlossen wurden – etwa fürs Fitnessstudio, für Streaming oder Zeitschriften –, dürfen höchstens zwei Jahre Erstlaufzeit haben, mit höchstens einem Monat Kündigungsfrist zu deren Ende. Eine automatische Verlängerung ist nur auf unbestimmte Zeit erlaubt; danach kannst du jederzeit mit höchstens einem Monat Frist kündigen. Versicherungsverträge sind von diesen Regeln ausgenommen.
Form der Kündigung: Bei Verträgen, die ab dem 1. Oktober 2016 geschlossen wurden, dürfen AGB für deine Kündigung keine strengere Form als die Textform verlangen und keine besonderen Zugangserfordernisse aufstellen. Textform heißt: eine lesbare Erklärung, die dich als Absender nennt, auf einem dauerhaften Datenträger – zum Beispiel eine E-Mail. Eine Klausel, die nur ein Einschreiben oder die Kündigung vor Ort gelten lässt, ist deshalb unwirksam. Ein Einschreiben kann trotzdem sinnvoll sein, damit du beweisen kannst, dass deine Kündigung angekommen ist.
Seit dem 1. Juli 2022 müssen Unternehmen, bei denen du online abschließen kannst, einen Kündigungsbutton anbieten. Fehlt er, darfst du jederzeit ohne Kündigungsfrist kündigen.
Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Im Einzelfall helfen dir die Verbraucherzentralen weiter.
Quellen: § 309 BGB (öffnet in neuem Tab), Art. 229 § 60 EGBGB (öffnet in neuem Tab), Art. 229 § 37 EGBGB (öffnet in neuem Tab), § 126b BGB (öffnet in neuem Tab), Bundesnetzagentur: Vertrag (Internet und Telefon) (öffnet in neuem Tab), § 312k BGB (öffnet in neuem Tab) geprüft am
Ratgeber nach Vertragsart
- Streaming-Dienste
- App-Store-Abos
- Software und Online-Tools
- Cloud-Speicher und Backup
- VPN und Sicherheit
- Newsletter und Mitgliedschaften
- Bonitätsüberwachung und Zusatzdienste
- Handyverträge
- Internet und DSL
- Strom, Gas und Wasser
- Versicherungen
- Miete und Wohnung
- Kita- und Schulgebühren
- Kurse und Sport für Kinder
- Therapie- und Gesundheitspakete
- Vereine und Verbände
- Berufliche Zertifizierungen
- Domains und Webhosting
- Parken und Maut
- Sonstige Abos und Verträge
Renewal Radar: Rechtzeitig kündigen – bevor sich Abos und Verträge verlängern.
Verträge und Abos verwalten auf iPhone und iPad: Renewal Radar erinnert dich vor Verlängerungen und Kündigungsterminen, damit du rechtzeitig entscheidest: behalten, kündigen oder neu verhandeln.
In der App gibt es für jede Vertragsart ein Playbook mit Schritten, Checkliste sowie E-Mail- und Telefonvorlage zum Kopieren (auf Englisch). Kostenlos siehst du eine Vorschau, vollständig mit Premium.